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Rassistischer Mordversuch in Potsdam24.04.2006

Inforiot hat ne Sonderseite zum Vorfall in Potsdam gemacht. Draufschauen! Wichtig!


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Ein Kurs, um weg zu kommen von der Gewalt24.04.2006

Kaufbeuren (bbm). - Wenn junge Menschen wiederholt durch Gewalttaten auffallen, dann liegt dies, wie es der Vorsitzende des Kaufbeurer Jugendschöffengerichts in einer Verhandlung formulierte, zumeist an „unreflektiertem Verhalten“. Genau an diesem Punkt setzt ein neues Angebot der Bewährungshilfe Kaufbeuren an: In einem halbjährigen Anti-Aggressivitäts-Training werden ab Sommer dieses Jahres junge Wiederholungstäter aus dem gesamten Einzugsbereich des Landgerichts Kempten mit ihrer Tat und insbesondere mit dem Leid der Opfer konfrontiert.

„Ziel ist die Vermeidung weiterer Gewalttaten“, betonen die beiden Kursleiter, Bewährungshelfer Wolfgang Amsbeck und die Anti-Aggressivitäts-Trainerin Tatyana Holbe. Die Idee für den Kurs, dessen Trägerschaft der Bewährungshilfeverein übernommen hat, entstand aus der täglichen Arbeit der Bewährungshelfer. Bislang, so Wolfgang Amsbeck, wurden Täter mit Gewaltproblemen zumeist an eine Münchner Einrichtung vermittelt, die auch „definitiv gute Arbeit“ leiste. Abgesehen von der Entfernung sei es jedoch nicht einfach, hier einen Platz zu bekommen.

Sanktionen bei Abbruch:

Das Kaufbeurer Anti-Aggressivitäts-Training ist speziell für junge, männliche Wiederholungstäter im Alter von 16 bis 23 Jahren gedacht. Die Zuweisung wird laut Amsbeck über die Gerichte laufen, die den Kurs als Auflage im Urteil festschreiben können. Damit ist auch ein gewisser Druck von außen gewährleistet. Bei Abbruch des Trainings drohen erhebliche Sanktionen wie Ungehorsamsarreste oder gar der Bewährungswiderruf.
Der Kurs selbst, so betonen die Verantwortlichen, sei für die jungen Wiederholungstäter „alles andere als eine Vergnügungsveranstaltung.“ In Gruppentreffen und vier mehrtägigen Trainingsblöcken soll intensiv gearbeitet werden. Dass dabei auch für vermeintlich hartgesottene Heranwachsende über kurz oder lang der Punkt kommt, an dem es keine Ausflüchte mehr gibt, weiß Anti-Aggressivitäts-Trainerin Tatyana Holbe, die bereits einen Kurs in Ulm mit betreut hat, aus Erfahrung: „Am Anfang versuchen es viele noch mit „Coolness“ - womit sie ja bislang meist durchgekommen sind. Spätestens auf dem „Heißen Stuhl“ wird das schon anders. Hierbei wird der junge Täter deutlich mit seiner Tat und insbesondere mit den Auswirkungen auf das Opfer konfrontiert, unter anderem auch durch Fotos, die die Verletzungen zeigen.

Was Eindruck macht:

Eine wichtige Rolle spielt auch die Gruppe, die nach Erfahrung der Anti-Aggressivitäts-Trainerin den jeweils Betroffenen sehr direkt konfrontiert und zudem auch konsequent auf Einhaltung der Kursregeln pocht. Tatyana Holbe weiß: „Wenn beispielsweise ein anderer Jugendlicher sagt: Eh Alter, das läuft so nicht!, macht das unter Umständen mehr Eindruck , als wenn ein Sozialpädagoge ausführliche Erklärungen abgibt.“
Wenn dann die Kursteilnehmer so weit sind, dass sie Verantwortung für ihre Tat übernehmen und die Auswirkungen auf ihre Opfer nachempfinden können, wird an friedlichen Konfliktlösungsstrategien gearbeitet. Außerdem soll während des Trainings eine ernstzunehmende Wiedergutmachung erfolgen, um Opfern die Angst vor einer Wiederholung des Erlittenen zu nehmen. „Forschungen haben gezeigt, dass es Opfern von Gewalttaten nicht allein um die Bestrafung der Täter geht. Sie haben auch großes Interesse daran, dass ihnen selbst und anderen Vergleichbares nicht noch einmal widerfährt“, betont Wolfgang Amsbeck. Er und Tatyana Holbe sind davon überzeugt, dass ein Anti-Aggressivitäts-Training in vielen Fällen weitere Gewalttaten verhindern kann.
Die Trainerin verweist in diesem Zusammenhang auf Statistiken, die belegen, „dass zwei Drittel der Teilnehmer nicht mehr rückfällig werden.“ Und auch die Personen, die es nicht schaffen, künftig straffrei zu bleiben, werden laut Holbe häufig nicht mehr in der bisherigen Intensität auffällig.

quelle: http://www.all-in.de
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Anderen helfen verlangt Mut24.04.2006

Kempten/Allgäu (az) - Wegschauen oder sich einmischen? Mit dem Thema „Zivilcourage - Möglichkeiten und Grenzen“ beschäftigt sich eine öffentliche Podiumsdiskussion des „Kuratorium Sicheres Allgäu“ am nächsten Donnerstag, 27. April, um 20 Uhr im Kolpinghaus Kempten.

„Sich für andere einsetzen, jemandem helfen, den man gar nicht kennt und den Mund aufmachen, wenn alle anderen schweigen - das kann ganz schön viel Mut verlangen“, meint Kuratoriums-Vorsitzender Gebhard Kaiser. Aber auch Geistesgegenwart und Disziplin seien in kritischen Situationen wichtig, macht einer der Referenten des Abends, Amtsgerichtsdirektor Gerhard Dambeck, deutlich.
Er erinnert sich an den Fall einer „weit über 80-jährigen rüstigen Dame“, die in einem Kemptener Warenhaus einen jungen dunkelhäutigen Mann beim Stehlen beobachtete. Vorsichtig folgte sie ihm nach draußen und verwickelte ihn dort in ein Gespräch, das sie in fließendem Englisch führte, weil der Verdächtige angeblich kein Deutsch beherrschte. Ohne ihm irgendwelche Vorwürfe zu machen, konnte sie dem Mann seine Nationalität und seine Adresse (ein Asylantenheim) entlocken. Auf zwei handgeschriebenen Seiten schilderte sie der Polizei den Fall, die den Asylbewerber daraufhin festnehmen und gleich mehrerer Straftaten überführen konnte. Dambeck: „Ein Beispiel für Zivilcourage, wie man sich selbst nicht in Gefahr bringt.“
Neben dem Amtsgerichtsdirektor, der in der Veranstaltung des „KuratoriumSicheres Allgäu“ unter anderem auf die rechtlichen Folgen unterlassener Hilfeleistung hinweisen möchte, nehmen an der Gesprächsrunde noch Bruder Johannes vom Franziskanerkonvent Füssen teil sowie Dr. Wiebke Steffen, Leiterin der Kriminologischen Forschungsgruppe beim Bayerischen Landeskriminalamt. Sie geht auf die „Wegschau-Mentalität“ ein und gibt Verhaltenstipps zur Vorbeugung. Jürgen Stöcker von der Redaktion der Allgäuer Zeitung moderiert die Runde.

Quelle: http://www.all-in.de

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